Der 7600, so wie er heute dasteht

 
 

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Die einzelnen Artikel auf dieser Seite behandeln jeweils ein Upgrade: eine Prozessorkarte, eine Grafikkarte, einen Umbau der Speicherlösung. Diese Seite ist die Summe daraus — der Zustand, in dem die Maschine tatsächlich ist: was der Apple System Profiler von innen meldet, und die vier modernen Geräte drumherum, die der Bericht nicht sehen kann.

Wer eine Maschine über Monate umbaut, verliert die Details aus dem Blick. Welcher Oszillator saß noch mal auf der Karte? Wie groß ist das Startvolume? Welche Erweiterungen sind eigentlich geladen? Der Apple System Profiler beantwortet das in einem Durchgang, und was folgt, ist dieser Bericht — sortiert und kommentiert.

Prozessor und Speicher

Modell

Power Macintosh 7500/7600 Modellreihe (Geräte-ID 68, gelistet neben AWS 8550)


ROM-Revision

$77D.28F2


Prozessor

Sonnet Crescendo/PCI G4 400/1M, PowerPC G4


Takt

405 MHz (45-MHz-Oszillator × 9)


Arbeitsspeicher

288 MB in allen acht DIMM-Bänken


Level-2-Cache

keiner auf der Hauptplatine — die G4-Karte bringt eigene 1 MB mit


Der Speicher verteilt sich auf vier Paare, und die Anordnung erzählt, wie er gewachsen ist: 2×64 MB in B4/A4, je 2×32 MB in B3/A3 und B2/A2, dazu 2×16 MB in B1/A1. Das ist das Maximum, das die Maschine mit den vorhandenen DIMMs aufnimmt — und erheblich mehr, als Mac OS 9.1 braucht. Der Komfort liegt woanders: 8160 KB Volume-Cache und genug Luft, um mehrere DTP-Programme gleichzeitig offen zu halten, ohne dass das System ernsthaft an den virtuellen Speicher muss.

Ein Detail vorweg, bevor mir jemand die Zahlen um die Ohren haut: Der Apple System Profiler meldet 485 MHz Prozessortakt. Das ist falsch, und zwar vorhersehbar — der ASP leitet den Takt aus einer Zeitschleife ab, die Prozessor-Upgradekarten aus dem Tritt bringen. Die richtige Zahl kommt vom Oszillator auf der Karte, Metronome bestätigt sie. Das habe ich in 400 MHz sind nicht immer 400 MHz gesondert aufgeschrieben.

Massenspeicher: fünf Volumes, keine beweglichen Teile

In dieser Maschine steckt keine einzige mechanische Platte mehr. Alles am SCSI-Bus ist eine BlueSCSI Pico, die sich dem Mac gegenüber als Quantum-Laufwerk ausgibt — ein hübscher Kunstgriff, denn Mac OS stellt keine Fragen, wenn es einen Herstellernamen sieht, den es kennt.

0

MacOS 9.1 (Startvolume)

HFS

1,95 GB

36 %


1

Daria

HFS

1,95 GB

53 %


2

Kalitia

HFS

1,95 GB

80 %


3

Scafandra

HFS

1,95 GB

28 %


4

Chiba

HFS+

8 GB

57 %


5

Mac OS 8.5 (CD-Image)

HFS, schreibgeschützt

647 MB

72 %


6

Archiv 1 (CD-Image)

HFS, schreibgeschützt

650 MB

96 %


Die Aufteilung zwischen HFS und HFS+ ist Absicht. Die vier 2-GB-Volumes sind HFS, weil das jedes klassische Mac OS ab 7.5 ohne Hilfe lesen kann — praktisch, wenn ein Volume mal an eine andere Maschine wandert. Nur das große 8-GB-Volume ist HFS+, wo sich die kleineren Zuordnungsblöcke bei vielen kleinen Dateien auszahlen.

Zwei der sieben IDs sind CD-ROM-Laufwerke, die aus Images gespeist werden. Eine System-CD und eine Archiv-CD dauerhaft gemountet zu haben, ohne Scheibe und ohne anlaufendes Laufwerk, gehört zu den Annehmlichkeiten, die eine dreißig Jahre alte Maschine angenehm machen statt bloß nostalgisch.

Zwei Grafikkarten nebeneinander

VillageTronic MacPicasso 850

MaPi_850_750, Hersteller-ID 121A, Revision 3, Treiber 1.9

derzeit Hauptbildschirm, 1280 × 1024 bei 16,7 Millionen Farben


ATI Rage 128

ATY,Rage128y, Hersteller-ID 1002, ROM 113-57401-116

16 MB Videospeicher


Beide Karten stecken gleichzeitig in der Maschine, und genau dafür ist ein 7600 mit seiner großzügigen PCI-Sektion da. Ihre Charaktere sind verschieden: Die MacPicasso ist eine deutsche Karte von 1998 mit eigenen Beschleunigungs-Erweiterungen (MacPicasso_Accel_PPC, MaPi MPEG Accel, MaPi YUV Accel) und eigenem Kontrollfeld Monitors & Picasso. Die Rage 128 stammt aus einem Blue & White G3 und bringt einen schlichten VGA-Anschluss mit — und genau der erlaubt es dem Extron-Scaler, per DDC eine Auflösung mit dem Mac auszuhandeln.

Welche der beiden Hauptbildschirm ist, hängt davon ab, wie die Maschine zuletzt eingerichtet wurde; in dieser Momentaufnahme ist es die MacPicasso. Der Vergleich der sechs Karten, die ich in diesem Rechner getestet habe, ist ein Thema für sich und hat eine eigene Seite.

Software: Mac OS 9.1, deutsch

System

Mac OS 9.1 deutsch, Finder 9.1, kein aktiver Enabler


QuickTime

4.1.2, dazu VR 2.3 und die MPEG-Erweiterung


CarbonLib

1.1.1


Netzwerk

Open Transport 2.7.4, AppleTalk 60, TCP/IP aktiv


Geladen

37 Kontrollfelder, 125 Systemerweiterungen

125 Erweiterungen sind viel für eine schlanke Retro-Installation, und jede hat ihren Grund: QuickDraw 3D mit RAVE und Hardwaretreiber, OpenGL 1.2 samt ATI-Renderer, Spracherkennung, ColorSync 3.0.3 mit dem Heidelberg-CMM für Druckarbeiten. Neben den Apple-Komponenten liegt das, was diese Maschine ausmacht: Sonnet Processor Upgrade 2.3.1 für die CPU-Karte, die drei MacPicasso-Erweiterungen, SwitchRes 2.5.3 für Auflösungen, die das Monitore-Menü nicht anbietet, und der Iomega-Treiber für Zip-Disketten.

Das Netzwerk läuft über Open Transport, AppleTalk neben TCP/IP. In dem Moment, in dem der Bericht entstand, hatte sich die Maschine eine Link-local-Adresse im Bereich 169.254 selbst zugewiesen — kein DHCP-Server hatte geantwortet, was genau dann passiert, wenn ein alter Mac ohne aktiven Uplink auf dem Schreibtisch startet.

Was der Bericht falsch sieht

Zwei Einträge im Bericht sind nicht vertrauenswürdig, und es lohnt sich zu wissen, welche.

Der erste ist der Prozessortakt, siehe oben: 485 MHz sind ein Messartefakt, keine Spezifikation. Der zweite ist die Tastatur. Der ASP identifiziert eine Apple Erweiterte Tastatur (ANSI), auf meinem Schreibtisch steht aber eine deutsche Apple Extended Keyboard II mit vollem ISO-Layout — die zusätzliche Taste neben der linken Umschalttaste und die hohe Return-Taste machen das eindeutig. ADB-Tastaturen melden eine numerische Handler-ID, und die Zuordnung von dieser ID zu einem Layoutnamen war nie so verlässlich, wie Apples Liste vermuten lässt.

Beides ist eine nützliche Erinnerung für alle, die eine alte Maschine dokumentieren: Ein Systembericht sagt, was die Software glaubt, nicht zwangsläufig, was auf der Platine sitzt. Was wirklich zählt, misst oder besieht man selbst.

Die moderne Hälfte der Maschine

Alles bisher Genannte kann der Apple System Profiler sehen. An der Gehäusewand hört er auf — und genau dort beginnt die interessantere Hälfte dieses Aufbaus. Vier Geräte, Jahrzehnte nach dem 7600 gebaut, machen aus ihm eine Maschine, an der ich tatsächlich arbeite, statt sie nur einzuschalten.

BlueSCSI v2 — Speicher mit externer Versorgung

Die BlueSCSI ist der Grund, warum in dieser Maschine kein Laufwerksgeräusch mehr zu hören ist. Meine ist die Pico-2/W-Variante, und sie zieht ihren Strom nicht aus dem SCSI-Bus, sondern über einen separaten Berg-Anschluss am Netzteil des 7600 — jenen kleinen vierpoligen Stecker, der früher das Diskettenlaufwerk versorgte. Das macht sie unabhängig davon, was auf dem Bus passiert, und nimmt jeden Zweifel daran, ob das Board in den entscheidenden Momenten sauber versorgt ist: in den ersten Sekunden eines Kaltstarts, wenn der SCSI-Bus abgetastet wird und ein Spannungseinbruch sich als schlicht fehlendes Volume zeigt.

ADB-USB Wombat — aber nur für die Maus

Der Wombat übersetzt zwischen Apple Desktop Bus und USB in beide Richtungen. In dieser Maschine läuft er im USB-Eingangsmodus und trägt genau ein Gerät: eine moderne optische Maus. Die Tastaturseite habe ich bewusst aufgegeben, weil eine deutsche PC-Tastatur und eine deutsche Apple-Tastatur sich bei zu vielen Sonderzeichen uneinig sind, als dass ein Mapping das vollständig gerade ziehen könnte. Die Apple Extended Keyboard II bleibt an ADB, beide Geräte liegen gleichzeitig am Bus, und jedes tut, was es gut kann. Diese Entscheidung hat einen eigenen Artikel.

Mac Sync-inator — Sense-Codes mit Verstand

Klassische Macs entscheiden anhand eines Sense-Codes, den der Monitor über drei Leitungen meldet, welche Auflösungen sie anbieten. An einem modernen Display gibt es keinen Monitor, den man fragen könnte — also muss etwas stellvertretend antworten. Passive DIP-Adapter tun das und sonst nichts. Der Sync-inator tut es auch, bei mir eingestellt auf den Code für Multiple Scan 19 Zoll, Stellung 146 — er bereitet aber zusätzlich das Sync-Signal aktiv auf: Liefert die Karte nur Composite Sync, teilt sein Mikrocontroller das Signal in getrennte H- und V-Sync auf, und zwei LEDs zeigen, was der Mac tatsächlich ausgibt. Bei einer Maschine mit mehreren unterschiedlich gelaunten Grafikkarten erspart allein das eine Menge Raterei, wenn der Bildschirm schwarz bleibt.

Extron DSC 301 HD — der Weg nach HDMI

Der Scaler ist das letzte Glied der Kette und das, was die ganze Capture-Strecke erst möglich gemacht hat. Sein Analogeingang schluckt Horizontalfrequenzen von 15 bis 100 kHz — ein deutlich breiteres Fenster als bei den Line-Multipliern aus der Retro-Gaming-Ecke — und liefert am anderen Ende sauberes HDMI. Der Ton des 7600 geht in den Stereoeingang des Scalers und wird ins HDMI-Signal eingebettet, sodass Bild und Ton gemeinsam an der Cam Link ankommen und von dort auf dem 4K-Monitor landen.

Alle Komponenten und ihr Baujahr

Chronologisch aufgereiht spannt die Maschine dreißig Jahre. Die Jahreszahlen bezeichnen das Erscheinen des jeweiligen Produkts, nicht den Zeitpunkt, zu dem ich es bekommen habe.

1996

Power Macintosh 7600

die Maschine selbst


1996

Apple Extended Keyboard II

Tastatur, deutsches ISO-Layout, per ADB


1998

VillageTronic MacPicasso 850

Grafikkarte, Steckplatz B1 (Platine datiert Oktober 1998)


1999

ATI Rage 128

Grafikkarte, Steckplatz C1, aus einem Blue & White G3

ca. 2001

Sonnet Crescendo/PCI G4 400/1M

Prozessorkarte, 405 MHz


2012

Extron DSC 301 HD

Scaler, analoges RGB nach HDMI, Audio-Embedding


2018

Elgato Cam Link 4K

HDMI-Capture


2019

ADB-USB Wombat

USB-Maus am ADB-Bus (seit 2017 als Retro USB)


2022

iiyama ProLite XUB3293UHSN

31,5″-4K-Monitor, das Arbeitsdisplay


2023

BlueSCSI v2 (Pico 2/W)

Massenspeicher, separat über Berg versorgt


2024

Mac Sync-inator

Sense-Code und Sync-Aufbereitung auf der DB-15-Seite


2025

MacBook Air M4

Capture-Ziel und Datenaustausch


Zwei Dinge fallen an dieser Liste auf. Das erste ist die Lücke: Zwischen der Sonnet-Karte und dem Extron-Scaler liegt ein Jahrzehnt, in dem überhaupt nichts für diese Maschine entstand, weil niemand mehr etwas für sie baute. Das zweite ist die Dichte der jüngeren Jahre. Fast alles nach 2018 existiert, weil eine kleine Gruppe von Leuten beschlossen hat, dass dreißig Jahre alte Computer aktuelle Peripherie verdienen — und bemerkenswert oft ist diese Gruppe eine einzelne Person mit einem Lötkolben und einem Webshop.

Der Stand der Dinge

Eine Maschine von 1996 mit G4-Prozessor, 288 MB Speicher, Festkörperspeicher am SCSI-Bus, zwei Grafikkarten, HDMI-Ausgang und moderner Maus. Nichts davon hat Apple so verkauft; alles davon lässt die Architektur zu. Der 7600 wurde gebaut, um geöffnet zu werden — und die Komponenten, die ihn heute benutzbar halten, sind ausnahmslos Dinge, die jemand absichtlich für solche Maschinen gemacht hat, lange nachdem die Industrie weitergezogen war. Dreißig Jahre später ist genau das der Grund, warum er seinen Platz auf dem Schreibtisch verdient.

Meta-Description (DE): Die vollständige Konfiguration meines Power Macintosh 7600 — Sonnet G4, 288 MB RAM, BlueSCSI, zwei Grafikkarten, dazu Wombat, Sync-inator und Extron-Scaler, jede Komponente mit Baujahr.

English version: https://retro-workstation.com/power-mac-7600/current-configuration/

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