Aus zwei Bundles ein High-End-System

 

Power Mac 7600 Setup

 

Anfang 2026 habe ich eines meiner bisher schönsten Retro-Projekte abgeschlossen: einen Power Macintosh 7600, aufgebaut als High-End Workstation im Stil von 1997 – aber mit moderner Zuverlässigkeit. Das Besondere: Ich habe den Rechner nicht als komplettes System gekauft, sondern aus zwei separat erworbenen Mac-Bundles zusammengestellt.

Kurzfassung: Zwei Spendermaschinen kombiniert, Storage komplett auf BlueSCSI umgestellt, und als Schlüsselteile eine IMS Twin Turbo 128 MB (separat gekauft) plus eine zweite 3D-Karte für ein echtes Dual-GPU-Setup eingesetzt.


1) Zwei Macs → ein „perfekter“ 7600

Ich habe zwei Power Macintosh Bundles einzeln gekauft. Beide waren in unterschiedlichen Punkten gut – und in anderen Bereichen unvollständig. Genau das macht solche Builds spannend: Aus zwei „okayen“ Systemen entsteht am Ende ein wirklich stimmiges Gesamtpaket.

Was ich aus den beiden Bundles übernommen habe

  1. •Das bessere Grundsystem (Board/CPU/RAM-Kombination je nach Zustand)

  2. •Die saubereren bzw. vollständigeren Gehäuseteile und das bessere Zubehör

  3. •Stimmige, stabile Bestückung statt „irgendwas, was gerade drin war“


2) Die zentrale Aufrüstung: IMS Twin Turbo 128 MB

Der wichtigste Zukauf war die IMS Twin Turbo 128 MB. Diese Karte habe ich separat besorgt, weil sie das System in der Praxis deutlich aufwertet: sehr schnelle 2D-Ausgabe, scharfes Bild und ein Workstation-Feeling, wie es viele damalige DTP-Setups hatten.

Warum die Twin Turbo so gut passt

  1. •Starke 2D-Performance für Finder, Fenster, DTP und Bildbearbeitung

  2. •Sehr scharfes Bild – perfekt für lange Sessions

  3. •Rundet das System historisch ab (Profi-Upgrade der späten 90er)


2) Dual-GPU-Setup: IMS Twin Turbo 128 MB + ATI Xclaim 3D

Zusätzlich zur IMS Twin Turbo 128 MB ist in meinem Power Macintosh 7600 eine zweite PCI-Grafikkarte verbaut: eine ATI Xclaim 3D mit Rage GT-B Grafikprozessor.

Diese Kombination entspricht exakt dem klassischen High-End-Studio-Setup der späten 1990er: Eine extrem schnelle 2D-Workstation-Grafikkarte (IMS Twin Turbo) wird mit einer dedizierten 3D-Beschleunigerkarte von ATI kombiniert. Genau so wurden professionelle DTP- und Grafik-Systeme damals aufgebaut.

Die ATI Xclaim 3D im Detail

  1. •ATI Rage GT-B Grafikchip

  2. •Mac-spezifisches ROM (keine PC-Karte, sondern echte Mac-Version)

  3. •PCI-Interface

  4. •Hardware-Beschleunigung für RAVE, QuickDraw 3D und frühes OpenGL

Damit übernimmt die ATI-Karte alle 3D-lastigen Aufgaben, die eine reine 2D-Workstation-Grafikkarte nicht effizient beschleunigen kann.

Karte

Aufgabe im System

IMS Twin Turbo 128 MB

Finder, Fenster, DTP-Software, Photoshop, Illustrator – ultraschnelle 2D-Darstellung mit sehr scharfem Bild

ATI Xclaim 3D

Spiele und 3D-Anwendungen – Quake, Tomb Raider, QuickDraw 3D, frühes OpenGL

Historische Einordnung:

Sowohl die IMS Twin Turbo als auch die ATI Xclaim 3D waren keine exotischen Drittanbieter-Karten, sondern wurden von Apple selbst in Power-Mac-Workstations der späten 1990er eingesetzt oder offiziell als Upgrade angeboten. Genau diese Kombination aus schneller 2D-Workstation-Grafik (IMS) und dediziertem 3D-Beschleuniger (ATI) war typisch für professionelle DTP-, Prepress- und Grafik-Systeme von Apple. Mein Power Macintosh 7600 rekonstruiert damit eine echte originale Studio-Konfiguration von 1997/1998.


3) BlueSCSI statt SCSI-HDDs und CD-ROM

Statt alter, lauter und heute oft unzuverlässiger mechanischer SCSI-Festplatten (und eines SCSI-CD-ROM) steckt jetzt eine BlueSCSI im System. Der Mac „glaubt“ weiterhin, er würde klassische SCSI-Geräte sehen – in Wahrheit liegen die Datenträger als Images auf SD-Karte.

Was das in der Praxis bringt

  1. •Leise und kühl – kein mechanischer Stress

  2. •Stabil – keine Headcrashes, keine sterbenden Lager

  3. •Flexibel – mehrere virtuelle Platten + „CD“ per Image möglich

Beispiel für ein sinnvolles Image-Layout:

HD00_System.hda       (Mac OS 9.1)

HD01_Apps.hda

HD02_Games.hda

HD03_Graphics.hda

HD04_Scratch.hda

CD06_MacOS91.iso

CD07_Software.iso

     



4) Finale Konfiguration

Power Macintosh 7600 – System Specification (ASP verified)

Modell

Power Macintosh 7600 (7500/7600 Serie)

CPU

PowerPC 604e @ 200 MHz

L2 Cache

256 KB extern

RAM

200 MB

Betriebssystem

Mac OS 9.1 (Deutsch)

Finder

Version 9.1

QuickTime

4.1.2

CarbonLib

1.1.1

Grafik (Dual-GPU)

IMS Twin Turbo 128 MB (Primary Display)

ATI Xclaim 3D – Rage GT-B (Secondary / 3D)

Primary Display

1280 × 1024, 16.7 Mio Farben (IMS)

Secondary Display

1024 × 768, 256 Farben (ATI)

Storage

BlueSCSI Pico

6 virtuelle SCSI-Festplatten (1× 1 GB, 5× 1.95 GB)

1 virtuelles CD-ROM (Mac OS 8.5)

Boot-Volume

„Scafandra“ – 1.95 GB (HFS)

Netzwerk

Ethernet, Open Transport 2.7.4, TCP/IP aktiv (192.168.178.95)

Warum Mac OS 9.1? Auf einem 604e ist 9.1 meist der beste Mix aus Performance, Stabilität und Treiberlage – ideal für DTP, Grafik und Spiele auf dieser Generation.


5) Was dieses Setup für mich ausmacht

Für mich ist das kein „alter Mac zum Anschauen“, sondern eine echte späte-90er Workstation, die man heute wieder sinnvoll nutzen kann: DTP, Photoshop/Illustrator-Feeling, klassische Games und natürlich das ganze Retro-Ökosystem (Images, Software, Austausch im Netzwerk).

Warum ich solche Builds liebe

  1. •Aus zwei gebrauchten Bundles entsteht ein stimmiges Gesamtsystem

  2. •Historisch passend – aber verlässlich und leise dank BlueSCSI

  3. •Mit der Twin Turbo wirkt es wie eine echte Studio-Maschine von damals

Tags

PowerMac7600 RetroComputing MacOS9 MacOS91 BlueSCSI IMSTwinTurbo VintageMac PowerPC DTP Restoration

© 2026 Frank Meiners — Build-Notizen & Retro-Projekte.

Montag, 16. Februar 2026

 
 
Erstellt auf einem Mac

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