Retro-Computing · CPU-Upgrade am Macintosh Performa 475
Retro-Computing · CPU-Upgrade am Macintosh Performa 475
Vom 68LC040 zum echten MC68040
Der wichtigste Punkt: das richtige Werkzeug
Der CPU-Tausch wurde nicht mit Schraubendrehern oder improvisierten Hilfsmitteln durchgeführt, sondern bewusst mit geeigneten, professionellen Hebelwerkzeugen aus dem Elektronik- und Handy-Reparaturbereich.
Zum Einsatz kamen ultradünne, gebogene Metall-Hebelwerkzeuge (ca. 0,1 mm Stärke), wie sie üblicherweise zum Öffnen von LCD-Displays bei Smartphones, Tablets oder Laptops verwendet werden. Diese Werkzeuge eignen sich hervorragend für den schonenden Ausbau gesockelter ICs.
Sie ermöglichen es,
•den Prozessor gleichmäßig und kontrolliert aus dem Sockel zu lösen
•ein Verbiegen der Pins zu vermeiden
•den CPU-Sockel nicht zu beschädigen
•das Logic Board spannungsfrei und ohne mechanische Belastung zu behandeln
Gerade bei originalen und heute nur noch schwer ersetzbaren Logic Boards ist diese Vorgehensweise entscheidend, um den Eingriff sauber, sicher und vollständig reversibel durchzuführen.
Einbau des MC68040
Nach dem Entfernen der originalen CPU wurde ein Motorola MC68040RC25 eingesetzt:
25 MHz Takt
integrierte FPU und MMU
vollständig kompatibel mit dem Performa-Board
Der Chip sitzt exakt im Sockel, Pins wurden vor dem Einsetzen kontrolliert und ausgerichtet. Anschließend erfolgte ein erster Funktionstest.
Ergebnis
Das System erkennt den Prozessor korrekt:
Native CPU: MC68040
FPU: integral
MMU: integral
Der Mac läuft stabil, Anwendungen profitieren sichtbar von der FPU, und das gesamte System fühlt sich deutlich souveräner an – ohne den Charakter des Rechners zu verändern.
Fazit
Dieses Upgrade zeigt sehr gut, was mir bei Retro-Computing wichtig ist:
technisch sinnvoll
sauber umgesetzt
mit dem richtigen Werkzeug
ohne irreversible Eingriffe
Der Macintosh Performa 475 bleibt ein originalgetreuer Klassiker – ist jetzt aber technisch dort angekommen, wo er immer hätte sein können.
Sonntag, 21. Dezember 2025