Scannen analoger 35mm-Filme

 

Mein Weg zum PowerFilm Plus

 

Das Scannen von analogen 35mm-Filmen ist für mich fast schon ein eigenes kleines Abenteuer – und manchmal auch ein Geduldsspiel. Wer analog fotografiert, weiß, dass der Weg vom Negativ zum fertigen Digitalbild nicht immer einfach ist. Doch genau das macht den Reiz aus: Es ist ein langsamer, bewusster Prozess, der Erfahrung und ein wenig technisches Fingerspitzengefühl verlangt.

In den letzten Jahren habe ich mit verschiedenen Scannern gearbeitet. Meine ersten Erfahrungen sammelte ich mit zwei Nikon Coolscan LS-2000 – wunderbare Geräte aus einer Zeit, als Nikon noch professionelle Filmscanner im Programm hatte. Über einen SCSI-auf-USB-Adapter konnte ich sie sogar an meinem modernen i5-Rechner betreiben. Das funktionierte erstaunlich gut, allerdings nur für eine Weile: Die Mechanik der alten Nikon-Scanner war leider anfällig. Nach jeweils etwa einem Jahr begannen sie zu streiken – Transportfehler, blockierte Filmzuführung, unzuverlässige Kalibrierung. Schade, denn die Scanqualität war wirklich beeindruckend.

Nach einer längeren Suche entschied ich mich schließlich für den Pacific Image PowerFilm Plus, den ich direkt aus den USA über Amazon bezog. Der Scanner ist in gewisser Weise der spirituelle Nachfolger der alten Coolscans – robust, kompakt und mit einer wichtigen Funktion: Er kann einen ganzen Filmstreifen in einem Durchgang scannen, den sogenannten Batch-Scan. Das war für mich entscheidend, denn das einzelne Einlegen von Negativen ist auf Dauer mühsam. Der PowerFilm Plus bietet sogar die Möglichkeit, einen ganzen Stapel Filmstreifen automatisch nacheinander zu scannen – eine Funktion, die ich allerdings selten nutze.

Zum Scannen verwende ich VueScan, eine leistungsfähige und flexible Software, die praktisch jeden Scanner unterstützt. Mit VueScan kann ich Farbnegative, Dias oder Schwarzweißfilme mit individuellen Einstellungen digitalisieren – Auflösung, Farbbalance und Scanmodus lassen sich präzise anpassen. Meist scanne ich mit 3600 dpi, was eine gute Balance zwischen Qualität und Dateigröße bietet.

Natürlich läuft beim Scannen nicht immer alles reibungslos. Staub, Kratzer, leichte Filmwölbungen oder Farbabweichungen gehören einfach dazu. Doch mit etwas Geduld, einem Blasebalg, gelegentlicher Nachbearbeitung und Erfahrung lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Und genau darin liegt für mich der Charme: Die Kombination aus analoger Fotografie und digitaler Weiterverarbeitung verbindet das Beste aus zwei Welten – Handwerk und Technik.

Insgesamt bin ich mit dem PowerFilm Plus sehr zufrieden. Er ist schnell, zuverlässig und liefert saubere Ergebnisse – und vor allem: Er funktioniert einfach. Kein SCSI-Adapter, keine wackelige Mechanik, kein Kampf mit veralteten Treibern. Nur Film, Scanner, VueScan und etwas Geduld – mehr braucht es nicht.


 

Samstag, 18. Oktober 2025

 
 
Erstellt auf einem Mac

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